Überblick über Gabelstaplertypen
Geländestapler

Viele Gabelstapler sind für feste und ebene Böden konzipiert. Sie besitzen vergleichsweise kleine Räder und über relativ geringe Grundleistung des Motors. Auf leicht unebenem Gelände lassen diese sich mit entsprechender Bereifung noch verwenden. Primär sind Einsatzgebiete abseits solider Fahrbahnen jedoch dem Geländestapler vorbehalten. Sie passen sich mit ihren grobstolligen Reifen mit Niederdruck schwieriger Umgebung wie Schlamm, Neigungen oder Geröll besser an. Die gute Haftung gewährt dem Fahrzeugführer eine bessere Kontrolle und ermöglicht sicheres Arbeiten. Häufig fällt das vordere Reifenpaar an der Antriebsachse größer aus. Es existieren allerdings auch gleichberechtigte Ausführungen mit Allradantrieb zur Steigerung der Tragfähigkeit und Zugkraft. Beim Einsatz im Winter auf Schnee und zugefrorenen Böden verhelfen Schneeketten dem Geländestapler zur nötigen Bodenhaftung. Allgemein besticht das Modell durch eine erhöhte Bodenfreiheit und Wendigkeit. Arbeiter nehmen häufig in einer klimatisierten Fahrkabine mit Luftfilter und Schalldämmung Platz. Der höhere Neigungswinkel des Hubgerüstes erleichtert die Aufnahme von Lasten in unebenem Gelände.

Frontstapler

Der Frontstapler, auch oft Hubmaststapler genannt, gilt als klassisches Rückgrat der Logistik und arbeiten konstruktionsbedingt mit schweren Gegengewichten. Seine Entwicklung reicht in das frühe 20. Jahrhundert zurück. Erstmals wurde er von dem US-amerikanischen Unternehmer Eugene Clark 1917 vorgestellt. 1924 legten Verbesserungen am Prototyp den Grundstein für die bis heute in Gebrauch stehenden Frontstapler. Hubmaststapler sind häufig aufgrund ihrer Bereifung und des Antriebs primär für den Innenbereich ausgelegt, können bei befestigtem Untergrund auch unter freiem Himmel agieren. Damit das Hubgerüst Lasten stabil transportieren kann, befinden sich am gegenüberliegenden Fahrzeugende entsprechende Gegengewichte. Die Vorderachse des Flurförderzeugs stellt dabei den Mittelpunkt der Gewichtsverteilung dar. Als vielseitiges Arbeitspferd ist er in vielen Bereichen wie Handel, Handwerk oder industrielles Gewerbe anzutreffen.

Schubmaststapler

Der Schubmaststapler gilt als echter Spezialist. In allen Hochregallagern steht meist nur relativ wenig Platz für Wendemanöver zur Verfügung. Der Schubmaststapler zollt den beengten Arbeitsverhältnissen entsprechend Tribut. Er ist klein, wendig und kann dennoch auf großer Höhe operieren. Die zentrale Last wird durch ausfahrbare Radarme gestützt und lässt das Ab- und Aufladen direkt vor dem Fahrzeug vom flachen Boden zu. Aus diesem Grund eignet sich der Schubmaststapler exzellent für den Transport von Paletten. Seitlich angebrachte Arbeitssitze und Masten oder gleich ein flexibles Vier-Wege-System erweitern den Anwendungsbereich für teils sehr sperrige Güter. Teleskopgabeln erlauben auch hier das komfortable Arbeiten in zweiter Reihe. Sondermodelle wie der Schmalgangstapler zwängen sich sogar durch extreme Engpässe hindurch, da er in seiner Breite nochmals reduziert daherkommt. Die Tragfähigkeit liegt etwas zwischen 1 und 2,5 Tonnen.

Elektrohubwagen

Die Überführung vom Endlager hin zum Geschäftsbereich wird häufig durch einen kompakten Elektrohubwagen vollzogen. Der Hubwagen besitzt keine eigene Kabine und wird von einer Person manuell über eine Deichsel geführt. Der Elektrohubwagen dient als unverzichtbares Hilfsmittel für den Kurzstreckentransport und nimmt Paletten mit einer Gesamtlast von ungefähr 2.000 kg auf. Dank der kompakten Maße und des geringen Eigengewichtes kommt er auch als Mitnahmestapler im Speditionsbereich zum Einsatz. Unterwegs lässt sich der Elektrohubwagen mit internem Ladegerät jederzeit wieder aufladen. Für beengte Raumverhältnisse und kleinere Arbeitsaufträge bleibt er ein unverzichtbares Instrument des Warentransports und Lagerwirtschaft.

Containerstapler

Containerstapler kommen primär in kleinen bis mittleren Warenumschlagsplätzen zum Einsatz. Im Vergleich zu wuchtigen Kränen und Containerbrücken stellen sie eine kostengünstige und mobile Alternative dar. Je nach Aufbau und Tragkraft sind sie nur zum Abtransport leerer Container geeignet und haben eine begrenzte Reichweite bis zur ersten Containerreihe. Ausführungen als Greifstapler stemmen hingegen Gewichte bis zu 50.000 kg abhängig von ihrem Eigengewicht. Dieser Typ vollzieht schwere Arbeiten bis zur dritten Containerebene und besitzt an seinem Ausleger eine Schnittstelle, die zum Greifen des Containers dient. Eine flexibel einstellbare Rahmenbreite mit Drehbolzen zur Absicherung gewährt Kompatibilität mit unterschiedlichen Containergrößen. Anders als ein Gabelstapler mit Hubgerüst nimmt der Greifstapler seine Transportgüter von oben auf, anstatt diese von unten anzuheben. Varianten mit Teleskoparm dienen dank erweiterter Reichweite zum Umschichten von Containern in zweiter Reihe, ohne blockierende Gruppen zunächst auflösen zu müssen.

Gabelhubwagen

Gabelhubwagen gibt es in zahlreichen Ausführungen. Die rudimentäre Funktion eines Gabelstaplers per Handbetrieb ist bei vielen Modellen vorhanden. Niederhubwagen dienen zum bodennahen Abtransport von Paletten mit einer Hubhöhe von etwa 20 mm. Auf ebenem Untergrund gilt er somit als eine effiziente und einfache Methode für die Güterbeförderung. Mit dem Mittelhubwagen und auch dem Hochhubwagen können Paletten ins Regal gestapelt werden. Für relativ niedriges Arbeiten in Greifhöhe eignet sich dieses Gerät daher ausgezeichnet. Eine große Anzahl an individuellen Ausstattungsmerkmalen erlaubt den Gebrauch von Gabelhubwagen allgemein für eine sehr breit gefächerte Aufgabenstellung. Variationen mit Standplattformen für Personal sowie als Mitnahmemodell sind erhältlich. Ebenso existieren hochwertige Produkte mit Elektromotor. Vorteil dieser Geräte bleibt ihre exakte Ausrichtung an dem tatsächlichen Leistungsbedarf des Betriebes. Somit stellen sie eine besonders wirtschaftliche Möglichkeit für Lagerarbeiten dar.

Scherenhubwagen

Scherenhubwagen unterscheiden sich von normalen Gabelhubwagen in einem wichtigen Detail. Diese besitzen einen Ständer, der nach dem Scherenprinzip die Lasten nach oben hievt. Die Bedienung erfolgt manuell und aufgrund der speziellen Konstruktion eignet sich dieser Typ nicht für die Arbeit in Regalen. Scherenhubwagen dienen zur Positionierung von Objekten zum Zwecke der Verarbeitung oder Lagerung für einen Versand. Auch für die anfallenden Aufgaben der Kommissionierung ist der Scherhubwagen ein geeignetes Hilfsmittel. Sie können Lasten bis zu 1.000 kg tragen und eine Hubhöhe von etwa 800 mm erreichen. Noch schneller ist das Arbeiten dank Schnellhub bis zur Grenze von 200 kg möglich. Stützen, manchmal auch in Form von Rollen, stabilisieren den Scherenhubwagen bei während des Einsatzes. Gleichzeitig erlauben sie eine sehr ergonomische Arbeitsweise auf einer Höhe, die den Rücken nachhaltig entlastet. Häufiges Bücken entfällt.

Elektrostapler

Elektrostapler finden primär in Innenbereichen Anwendung, da sie keinerlei gesundheitsschädliche Emissionen erzeugen. Fehlende Abgase und der äußerst geringe Lärmpegel während des Betriebs sind in geschlossenen Räumen stets zu bevorzugen. Gleichzeitig verfügen sie über ausreichend Leistung für gängige Lagerarbeiten und eine erhöhte Lebenserwartung. Viele Gabelstapler basieren auf dieser umweltfreundlichen Technologie. Darunter befinden sich Schubmaststapler, Frontstapler, Schmalgangstapler, Hochschubwagen oder Kommissionierer. Anwendungsbereiche fallen auf das Beladen und Entladen von Waggons, Lastkraftwagen, Containern oder dem allgemeinen Transport von Paletten im Lager. Für den Außeneinsatz auf unbefestigtem Boden sind sie jedoch nicht geeignet. Dafür bestechen sie durch geringere Unterhaltungskosten, sowie kompakte Maße und wendige Fahreigenschaften im Vergleich zu ihren Gegenstücken mit Verbrennungsmotor.

Schmalgangstapler

Schmalgangstapler erfüllen ihren Aufgabenbereich bei der Kommissionierung sowie in Hochregallagern. Diese Flurförderzeuge können komplette Plattenstapel ein- oder auslagern. Bedingt durch ihre Bauart benötigen sie in der Längsrichtung weniger Raum. Gleichzeitig platzieren sie Paletten äußert kompakt aufgrund der extremen Arbeitshöhe. Dadurch ist eine spezielle Lagerstruktur mit einer optimalen Ausnutzung der zur Verfügung stehenden Fläche garantiert. Kommissionierer mit Hubgerüst an der Fahrkabine heben den Arbeiter mitsamt Gabelzinken auf die gewünschte Ebene. Alternativen ohne hebbare Kabinen (Man-Down) führen nur das Hubgerüst mit Paletten in das nächste Stockwerk. Eine Kamera unterstützt dabei den Fahrer bei der visuellen Orientierung. Reine Kommissionierer nutzen meist frontal angebrachte Gabelzinken. Schwenkschubstapler können hingegen die Tragevorrichtung um 90 Grad schwenken. Dreiseitenstapler sind gegenüber Zweiseitenstaplern im Vorteil, da die Ausrichtung der Gabeln in beide Richtungen je nach Anforderung frei wählbar bleibt.

Hochhubwagen

Hochhubwagen sind deutlich vielseitiger als ihre kleinen Namensvettern, die Niederhubwagen. Sie eignen sich nicht nur für den einfachen Transport von Gütern auf horizontaler Ebene, sondern erlauben auch Zugriff auf besonders hohe Regale. Sie erledigen Staplerarbeiten und zeigen sich somit universeller im Gebrauch. Dafür sind die zugleich deutlich größer und schwieriger zu manövrieren. Grund dafür ist die technische Grundausstattung mit komplettem Hubgerüst und einer Hubgabel. Ausführungen sind je nach Einsatzzweck voll manuell, hybrid oder rein elektrisch ausgelegt. Modelle mit einer zweifachen Gabel (Doppelstock) erlauben das parallele Laden von zwei Paletten. Sinnvoll ist die Nutzung des Hochschubwagens in allen Lagerplätzen mit geringen oder mittleren Warenaufkommen. Primär bleibt der Gebrauch eine Frage der Abwägung zwischen Kosten sowie der Produktivität. Die Modelle stemmen je nach Anbieter ungefähr 1.000 bis 2.000 kg an Last. Kompakt und extrem preiswert fällt die Anschaffung eines kleinen Handhubwagens aus. Meist passen sie noch durch normale Türen hindurch und erreichen so Bereiche, die motorisierten, ausladenden Geräten verwehrt bleiben. Spezielle Vorrichtungen gestatten sogar das sichere Anheben von Fässern und Kippen zur kompletten Entleerung.

Waagehubwagen

Während des Transports von Paletten oder Gitterboxen lässt sich mit dem Waagehubwagen gleichzeitig auch das Gewicht der geladenen Fracht feststellen. Vor der Gabel gibt ein Display den Wert aus, der direkt bei der Aufnahme der Last ermittelt wird. Komplexere Ausführungen addieren das Gewicht von unterschiedlichen Ladungen und geben somit Rückmeldung über das totale Gewicht einer kompletten Lieferung. Durch diese Funktion ist sicheres Beladen von LKWs bis zur höchstzulässigen Grenze jederzeit möglich. Außerdem gestattet eine Schnittstelle die Weiterleitung der erhobene Daten an angebundene Verwaltungssysteme. Der Vorteil dieser Art Hubwagen für den Kurzstreckentransport in Lagerhallen liegt in der Platzersparniss. Zusätzliche, stationäre Waagen sind nicht länger erforderlich. Durch den einsparten Arbeitsschritt verkürzen sich Arbeitswege und die Effizienz beim Warentransport erheblich. Ein direkter Gewichtsabgleich mit offiziellen Lieferscheinen und der entladenen Ware ist so unmittelbar vor Ort realisierbar. Der Betrieb der Flurförderzeuge erfolgt manuell per Deichsel oder mit elektrischer Unterstützung. Ungefähr 600 bis 3.000 kg an Last nehmen auf Bodennähe arbeitenden Transporter auf.

Seitenstapler

Der Großteil aller Gabelstapler besitzt ein frontal angebrachtes Hubgerüst. In engen Fluren kann die dadurch vergrößerte Gesamtlänge des Fahrzeugs zu Problemen führen. Manöver unter voller Belastung erfordern zudem einen zusätzlichen Spielraum zum Rangieren. Lange, sperrige Güter provozieren dann eine unvermeidliche Blockade während des Transports. Hallentore und Kreuzungen verwandeln sich in unpassierbare Hindernisse. Einen praktischen Ausweg aus der Misere bei knapp bemessenem Arbeitsraum bietet der Seitenstapler an. Das Hubgerüst mit dem Gabelpaar wird bei diesen Varianten seitlich zur Fahrtrichtung montiert. Ein Schubmast dient zur vereinfachten Übergabe von Gütern. Die Kabine ist ebenfalls seitlich versetzt angebracht, wodurch der Fahrer den Blick auf Hubgerüst und Fahrtrichtung gleichermaßen aufrechterhalten kann. Die Gesamtlänge gilt nicht mehr als limitierender Faktor. Diese Geräte gestatten letztendlich nicht nur den zuverlässigen Transport langer Objekte, sondern auch eine bessere Ausnutzung der Lagerfläche.

Mitnahmestapler

Der Mitnahmestapler dient als kompakte Einheit für den Transport auf LKWs von Speditionsdiensten. Sie lassen sich an das Heck des LKWs für längere Fahrten befestigen. Hauptsächlicher Anwendungsbereich ist die Unterstützung der Fahrer beim Laden und Entladen ihrer mitgeführten Waren. Durch diese Unabhängigkeit sparen Fahrer Zeit ein und sind nicht auf zusätzliches Personal oder schweres Gerät angewiesen. In der Regel ähneln Mitnahmestapler stark Frontladern mit Elektromotor. Wichtiges Merkmal bleibt der Fokus auf ein möglichst geringes Eigengewicht und kompakte Maße zu Transportzwecken. Sondermodelle ohne eigene Kabine erlauben die Bedienung per Fernsteuerung und gehören zu den kleinsten Varianten des Mitnahmestaplers. Da eine gewisse Geländefreigängigkeit den mobilen Einsatz verbessert, verfügen sie über eine größere, per Luft gefederte Bereifung im Vergleich zu reinen Frontstaplern für Innenbereiche. Trike-Ausführungen mit drei Rädern erhöhen die Wendigkeit nochmals. Ihre Tragfähigkeit beläuft sich auf etwa 1 bis 2,5 Tonnen.

Teleskopstapler

Der Teleskopstapler gilt als Weiterentwicklung des einfachen Geländestaplers. Anstelle eines Hubgerüstes kommt eine ausfahrbarer Teleskoparm zum Einsatz, der im hinteren Bereich des Fahrzeugs mittig gelagert wird. Der Arm lässt sich ausfahren und wahlweise per Hydraulikzylinder heben oder senken. Dank dieses Konzeptes gestattet er Anwendern eine Arbeitsbewegung in zwei Richtungen. Der Kopf bietet die Möglichkeit, an freiliegenden Hydraulikanschlüssen eine individuelle Bestückung mit Geräten vorzunehmen. Wie auch der Geländestapler kommt er in unterschiedlichen Gebieten wie der Land- oder Forstwirtschaft zum Einsatz. Aber auch in Bergwerken, der Holzindustrie, dem allgemeinen Industriebau und sehr hohen, freien Lagerstätten sind diese Geräte anzutreffen. Der Teleskoparm gewährt dabei eine überlegene Reichweite und so eine effizientere Nutzung des verfügbaren Lagerraums. Abhängig vom Anbieter existieren Modelle mit bis zu 30 Metern an Arbeitshöhe und einer Tragkraft über 20.000 kg. Um der Hebelwirkung entgegenzuwirken, lassen sich die Teleskopstapler mit separaten Stützsystemen ausstatten und zusätzlich absichern. Die hohe Geländegängigkeit und komfortable Kabine macht ihn zu einem sehr universellen Lastenfahrzeug für den Dauereinsatz unter freiem Himmel.

Schlepper

Der Schlepper hat mit den ursprünglichen Staplern vom Funktionsprinzip wenig gemein. Er dient einfach ausgedrückt als reines Zugpferd von befestigten Anhängern. Wann immer die Hubkraft eines Gabelstaplers nicht notwendig erscheint, wickeln Schlepper den Warentransport großer Mengen innerhalb eines Lagers wirtschaftlicher und schnell ab. Nicht palettierte Waren wie vorgefertigte Maschinenstücke zur Weiterverarbeitung in der Industrie gelangen so rasch zum Bestimmungsort. Ganze Schlepperzüge verschieben Warenbestände zudem in verhältnismäßig kurzer Zeit trotz größerer Entfernung zum beabsichtigten Bestimmungsort. Entsprechende Güter befinden sich bereits in Regalen mit Rädern gelagert und sind so jederzeit abholbereit. Kleine Schlepper besitzen ein Zugvermögen bis zu 1.000 kg. Die Modellgrößen und die damit einhergehende Arbeitsleistung variieren. Motorisierte Giganten nehmen Lasten bis zu 2.5000 kg in Schlepptau. Diese agieren in großen Industrieanlagen meist nach einem strukturierten Fahrplan zur Steigerung der Effizienz.